GASL-Jahrbuch 2019/2020

Sonntag, 31. Juli 2022

Das Jahrbuch der GASL für 2019/2020 ist erschienen. Der Band hat 238 Seiten und bietet folgende Texte:

  • Armin Eidherr u. Dietmar Noering, ›Vorwort‹
  • Ulrich Klappstein, ›Tote Stätten. Arno Schmidts ›Enthymesis‹‹
  • Cord Meckseper, ›Hermann Kasacks ›Die Stadt hinter dem Strom‹ und Arno Schmidts ›Leviathan‹. Koinzidenzien‹
  • Eva Wimmer, ›Krieg, Sex und Farben. Funktionen der Pilze im Werk Arno Schmidts‹
  • Heiko Thomsen, ‹Dor büst platt! Zu den Übersetzungen der ›Langen Grete‹ ins Niederdeutsche‹
  • Jodok Trösch, ‹Übersetzungsfehler. Ein poetisches Verfahren bei Arno Schmidt‹
  • Ayano Inukai, ›Gegen die Konventionen des Textes. Shifts of Translations und die Übersetzung Arno Schmidts ins Japanische‹
  • Hermann Loimer, ‹Mathematik als Stilelement im Werk Arno Schmidts. Ein biographisch-mathematischer Essay‹
  • Dietmar Noering, ›Der Haide-Anzeiger. Bibliographische Notizen‹
  • Peter Wörz, ›Who is Who bei Arno Schmidt. Konzept für die Erstellung eines Who is Who der Bargfelder Ausgabe von Arno Schmidt mit Hilfe eines datenbankgestützten DV-Systems‹
Armin Eidherr u. Dietmar Noering (Hrsg.), Jahrbuch der Gesellschaft der Arno-Schmidt-Leser 2019/2020, Edition M & N Dillenburg 2022, ISBN 978-3-928796-11-8. – Bestellung an: Verlag@edition-m-und-n.de. Für Mitglieder kostet der Band 22 Euro, für Nicht-Mitglieder 29 Euro.

Bargfelder Bote, Lfg. 476 und Lfg. 477–478

Mittwoch, 27. Juli 2022

In den letzten Monaten gab es zwei ›Bargfelder Boten‹, auf die ich noch gar nicht hingewiesen habe. Da wird’s aber Zeit:

BB 476

  • Winand Herzog, ›»Bedeutend; aber …« Zur Konstruktion von ›Zettel’s Traum‹ als Roman‹
  • Kurt Jauslin, ›Dumm gelaufen‹ (Rez. v. Mahler, ›Schwarze Spiegel‹)
  • Gehört, gelesen, zitiert
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

BB 477–478

  • Günther Flemming, ›Im Echoraum der Schwarzen Spiegel‹
  • Friedhelm Rathjen, ›Mongolenschädel mit Pfiff. Zu einer Metapher in ›Aus dem Leben eines Fauns‹ und ihrer Übersetzung‹
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Sven Hanuschek, ›Arno Schmidt‹: Erste Reaktionen

Sonntag, 19. Juni 2022

[19.6.2022] Zwei weitere Rezensionen sind zu verzeichnen:

[5.6.2022] In der letzten Zeit sind noch ein paar Rezensionen nachgekommen:

[30.4.2022] Günter Jürgensmeier widmet sich vorerst den handwerklichen Aspekten der Biographie:

[28.4.2022] Inzwischen hat sich auch Andreas Platthaus in der FAZ ausführlich zu Wort gemeldet. Seine deutlich reservierte Rezension ist (noch?) ohne Bezahlschranke lesbar:

[23.4.2022] Sven Hanuscheks lange angekündigte, mehrfach veschobene, umfangreiche Arno-Schmidt-Biographie ist inzwischen erschienen: ein Buchbrocken mit 990 Seiten. Hanuschek hat den (kompletten?) Nachlass gesichtet, zitiert sehr ausgiebig aus bislang unveröffentlichtem Matrial, liefert auch den erfahrenen Schmidt-Lesern und -Leserinnen manche unbekannte Details und schreibt gegen die immer noch kursierenden Klischees vom misanthropischen Eigenbrötler in der Heide an (die selbst in der Verlagsankündigung noch nachklingen).

Ich selbst stecke noch in der Lektüre und kann noch nicht viel dazu sagen, aber es gibt die ersten Rezensionen:

Zudem brachte der Deutschlandfunk am 22. April 2022 ein Gespräch mit Sven Hanuschek, das im Web nachgehört werden kann: Arno Schmidts unbekannte Seiten.

Kleinere Meldungen

Sonntag, 5. Juni 2022

Einige kleinere Meldungen der letzten Zeit:

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Die Arno Schmidt Stiftung hat im Rahmen von Der große Dinggang, dem Wettbewerb für komische Lyrik, den

Zimtfragment-Sonderpreis der Arno Schmidt Stiftung für das beste lustige Lebensmittelgedicht 2022

in Höhe von 300 Euro ausgelobt. Der Preisträger ist Robert Koall für sein Gedicht ›Obst und Gemüse‹, das in den Kommentaren des entsprechenden Facebook-Eintrags der Stiftung nachgelesen werden kann.

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Für September 2022 ist eine Sonderlieferung des ›Bargfelder Boten‹ angekündigt: Günther Flemming, ›Arno Schmidts Juvenilia. Ein Cicerone in acht Studien‹ (ca. 260 Seiten, 36 Euro).

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Zum 15. Todestag von Hans Wollschläger am 19. Mai brachte der WDR ein Zeitzeichen:

Der Sinn des Lebens? Für Hans Wollschläger war das vor allem: schöpferisch sein. Geboren 1935, hat Wollschläger mit der Musik angefangen und nach und nach so viele Felder beackert, dass es schwer fällt, sie in einem Satz zu benennen. Er ist als Schriftsteller hervorgetreten, als Übersetzer, als Religionskritiker und Literaturhistoriker. In der literarischen Welt berühmt gemacht hat ihn 1975 die Übersetzung eines Jahrhundertromans, ›Ulysses‹ von James Joyce.

Die Sendung kann auf der Webseite nachgehört bzw. geladen werden.

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Für Mitte September kündigt der Suhrkamp-Verlag diverse Taschenbuchausgaben an:

Zudem erscheint ›Arno Schmidts Zettel’s Traum. Notizbuch‹, ein Notizbuch mit 240 (leeren) Seiten für ca. 8,00 Euro (ISBN 978-3-518-47269-9)

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Friedhelm Rathjen kündigt eine neue Aufsatzsammlung seiner Edition ReJoyce an: ›Wetterleuchten. Zu Arno Schmidts Rezeption deutschsprachiger Literatur der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts‹ (120 Seiten, 10,00 Euro, ISBN 978-3-947261-34-5).

Wollschläger, Wieland und Whisky

Dienstag, 3. Mai 2022

Wallsteins Wollschläger-Werkausgabe geht weiter. Für Oktober 2022 jetzt ein 500 Seiten starker Band mit Briefen Wollschlägers aus den Jahren 1988–2007 angekündigt. Dazu heißt es auf der Verlagsseite:

Der Band enthält eine erste umfangreiche Auswahl aus Briefen der letzten zwanzig Lebensjahre Wollschlägers. Im Mittelpunkt stehen seine Projekte in den Jahren 1988 bis 2007, die er mit Leidenschaft und Akribie verfolgt, also die Historisch-kritische Ausgabe der Werke Karl Mays, die Edition der Werke Friedrich Rückerts, die Verwaltung und Organisation der Werke, Schriften und Übersetzungen der 70er und 80er Jahre und – ab Ende der 90er Jahre – die Bemühungen um eine Sammlung der eigenen Arbeiten. Es handelt sich demnach im weitesten Sinne um »Briefe zum Werk« dieses bedeutenden Autors, Übersetzers und Herausgebers.
Hans Wollschläger, ›Briefe 1988-2007‹, hg. v. Thomas Körber, ca. 500 S., ISBN 978-3-8353-5222-3, ca. 38 Euro.
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Ebenfalls angekündigt ist bei Wallstein eine neue Ausgabe von Wielands ›Aristipp‹. Der Band soll ab dem 31. August lieferbar sein und wird als Teil einer »Studienausgabe in Einzelbänden« ausgewiesen. Man darf gespannt sein, welche Neuausgaben Wielands uns noch erwarten.

Christoph Martin Wieland, ›Aristipp und einige seiner Zeitgenossen‹, hg v. Jan Philipp Reemtsma u. Hans-Peter Nowitzki unter Mitarbeit v. Clara Innocenti, ca. 1.200 S., ISBN 978-3-8353-5327-5, ca. 48,00 Euro.
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Im November 2021 unterhielten sich Matthias Bickenbach und Michael Stolzke in ihrem Podcast ›Gargantua. Gespräche über Geist & Getränke‹ unterhaltsam über Alkohol im Werk Schmidts. Jetzt hat man eine weiter Schmidt-affine Folge nachgeschoben: ›Whisky in der Gelehrtenrepublik – postatomare Drinks bei Arno Schmidt‹. Da bekomme ich doch gleich Lust auf eine längst mal wieder fällige Wiederlektüre des Romans.

Was liest er da eigentlich?

Sonntag, 24. April 2022

Cover von Sven Hanuschek, Arno Schmidt Das Cover von Hanuscheks Schmidt-Biographie zeigt ein bekanntes Foto von Wilhelm Michels: Schmidt sitzt im, nunja, Sonntagsstaat auf dem Verandageländer und liest in einer riesigen Mappe. Ich habe mich immer gefragt, was er da eigentlich so intensiv studiert. Dank Twitter und Susanne Fischer weiß ich es nun:

Es war Joyce, Finnegans Wake-Übersetzungsproben. Die Mappe existiert allerdings nicht mehr (was die Identifizierung nicht einfacher machte).
Susanne Fischer bei Twitter, 19. April 2022

Zur Datierung hat Günter Jürgensmeier die plausible Vermutung, dass Michels das Foto am 7. Juli 1961 (einem Freitag) aufgenommen hat.

Bargfelder Bote, Lfg. 474–475

Dienstag, 8. März 2022

Die Lieferung 474–475 des ›Bargfelder Boten‹ ist erschienen. – Aus dem Inhalt:

  • Ulrich Finkenzeller, ›»Schröters Regel« und das »Eysenhard’sche Phänomen« in ›Kaff auch Mare Crisium‹. Quellen, Fakten und Inszenierung‹
  • Friedhelm Rathjen, ›Arno Schmidt in Australien. Hinweis auf Walter Billeter‹
  • Simon Gottwald, ›»Traumvorlagen« und mehr. Susanne Fischers ›»Julia, laß das!«‹‹
  • Gehört, gelesen, zitiert
  • In letzter Zeit ist erschienen und zu unserer Kenntnis gelangt

Arno-Schmidt-Handbuch

Dienstag, 8. März 2022

Es ist jetzt gut fünf oder sechs Jahre her, dass ich erstmals gerüchteweise von einem ›Arno-Schmidt-Handbuch‹ gehört habe. Jetzt gibt es eine konkrete Ankündigung:

Arno-Schmidt-Handbuch. Hg. v. Axel Dunker u. Sabine Kyora. De Gruyter 2022, 600 Seiten.

Der Band soll sowohl als E-Book als auch als Hardcover erscheinen und zwar am 20. Oktober bzw. 3. November. Der Preis ist bei beiden Versionen gleich und liegt – wie bei derartigen Projekten wohl leider immer noch üblich – in fernen Mondgebirgen: 164,95 Euro.

Milchdrüsen

Freitag, 25. Februar 2022

Am 23. Juli 1959 schickte Hans Wollschläger eine insgeheim von Hansotto Hatzig angefertigte Abschrift von Karl Mays ›Frau Pollmer, eine psychologische Studie‹ an Schmidt, der den Erhalt am 25. Juli in seinem Tagebuch vermerkt. Schmidt hat das Manuskript sofort gelesen – und prompt findet sich eine Zitatspur im Werk.

Am 22. August schrieb Schmidt die Erzählung ›Trommler beim Zaren‹, in der gleich eine versteckte Anspielung auf Mays Abrechnung mit seiner Frau unterbrachte.

In Mays ›Frau Pollmer‹ heißt es auf S. 816:

Sie lernte die Männer verachten und verspotten, die für den Anblick zweier Milchdrüsen auf Gesundheit, Geld und Ehre verzichten.

Entsprechend formuliert der Ich-Erzähler zu Beginn in ›Trommler beim Zaren‹:

[…] dabei bin ich doch wirklich, schon rein äußerlich, nicht mehr in dem Alter, daß man mich im Verdacht haben könnte, der Anblick zweier Milchdrüsen vermöchte mich noch zum Trottel zu machen!

Auch sonst spukt May in dieser mehr als doppelbödigen, ziemlich vertrackten Geschichte untergründig herum und wird auch explizit genannt:

»Mensch, Du liest noch Karlmay?! Bei dem kommt doch nich een Auto vor! […]«

Termine

Mittwoch, 23. Februar 2022

Ein etwas verspäteter Hinweis: Im Rahmen des »Großen Dinggang«, dem Wettbewerb für komische Lyrik, hat die Arno Schmidt Stiftung den »Zimtfragment«-Preis für das beste komische Lebensmittelgedicht gestiftet. Einsendeschluss ist leider schon der 28. Februar. – Schmidt schrieb die 34 Strophen des ›Zimtfragments‹ – der Titel stammt von den Herausgebern – um 1949. Es findet sich BA I, 4, S. 155–159.

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Am Donnerstag, den 5. Mai 2022, stellt Sven Hanuschek in der Regensburger Buchhandlung Dombrowsky seine Schmidt-Biographie vor, die am 11. April erscheinen soll.

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Vom 22. bis zum 24. September findet im Bomann-Museum in Celle die Tagung »Arno Schmidt und das 19. Jahrhundert« statt. Es sind vier Sektionen zu folgenden Themen geplant:

  1. Schreibweise und Poetik
  2. Literarhistorie und Autorenporträts
  3. Karl May
  4. Texturbausteine
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